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Unsere ersten fünf Wochen – ein MINI erzählt …

GruppeMinis

Fünf Wochen bin ich nun in meiner neuen Gruppe, also nun ein MINI. Für euch klingt das vielleicht schon nach einer langen Zeit. Für mich sind fünf Wochen aber ganz schön viel Neues auf einmal.

Neue Räume, neue Kinder, neue Stimmen, neue Gerüche, neue Abläufe, neue Regeln und ganz viele neue Eindrücke. Manchmal ist das spannend und ich möchte alles entdecken. Und manchmal ist es einfach zu viel.

Dann brauche ich meine vertraute Bezugsperson ganz besonders. Ich möchte auf den Arm, vielleicht meinen Schnuller oder mein Kuscheltier und einfach mal kurz nichts müssen. Manchmal weine ich, obwohl eigentlich gar nichts Schlimmes passiert ist. Manchmal vermisse ich Mama oder Papa plötzlich ganz doll. Und manchmal weiß ich selbst gar nicht so genau, warum mir gerade die Tränen kommen.

Ich bin erst zwei. Meine Gefühle sind oft riesengroß – und ich kann sie noch nicht immer in Worte fassen. Deshalb zeige ich sie mit Weinen, Rückzug, Wut, Festhalten oder einfach damit, dass ich mich ganz nah an einen Erwachsenen kuschele. Ich kann meine Gefühle noch nicht immer verstehen und schon gar nicht erklären. Manchmal kommen sie einfach mit voller Wucht. Dann brauche ich jemanden, der mir hilft, sie auszuhalten.

Aber dann gibt es auch diese wunderschönen Momente.

Ich entdecke etwas, das ich vorher noch nicht kannte. Ich lache mit einem anderen Kind. Ich traue mich, ein neues Spielzeug auszuprobieren. Ich matsche, baue, klettere, singe und tanze. Ich winke Mama oder Papa vielleicht schon ein bisschen mutiger. Ich merke: Da ist jemand, der mich versteht. Jemand, der mich tröstet. Jemand, der auf mich wartet.

Denn bevor ich spielen, lernen, entdecken und selbstständig werden kann, brauche ich vor allem eines: Sicherheit. Und die entsteht nicht an einen Tag. Sie entsteht durch viele kleine Wiederholungen.

Es gibt Tage, an denen ich mutig bin. Und es gibt Tage, an denen ich wieder ganz viel Nähe brauche. Einen Schritt nach vorne und manchmal auch wieder einen kleinen zurück, bevor es wieder einen Schritt nach vorne geht.

Und genau das ist okay.

Denn Ankommen ist kein gerader Weg. Entwicklung verläuft nicht geradeaus. Ich brauche Zeit, Wiederholungen, feste Abläufe und vor allem Menschen, bei denen ich mich sicher fühlen darf.

Ich bin noch mittendrin in meiner Eingewöhnung. Ich lerne jeden Tag ein bisschen mehr:

Hier bin ich sicher. Hier werde ich gesehen. Hier darf ich traurig sein. Hier darf ich lachen. Hier darf ich Nähe brauchen. Und hier darf ich einfach ich sein.

Und vielleicht ist genau das mein größter Schritt in diesen ersten fünf Wochen:

Ich beginne zu spüren, dass auch die Kita ein Ort sein kann, an dem ich mich wohl und geborgen fühle.

Autorin: Sophie Münch & Kathrin Schneider