De klaijne Ruppe Werdnitsaat op Besuuk im Kingercharn Schörrn
Wenn man den Schulkindern im Freispiel vorschlägt, die Geschichte der Raupe Nimmersatt zu lesen, ist die Begeisterung meist gering. „Die kennen wir doch schon auswendig!“, „Die haben wir schon 100-mal gehört!“ oder „Das ist doch was für die Minis!“, rufen die Kinder oft im Chor.
Doch als uns heute Frau Rosenthal besuchte, um unseren Schulis die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt zu erzählen, war das ein bisschen anders. Zu Beginn haben die Schulis erst einmal gerätselt, welche Sprache Frau Rosenthal da überhaupt spricht. „Englisch, es muss Englisch sein!“, sagten viele Schulis. „Nein, als ich in den Niederlanden war, haben die Menschen da so gesprochen“, meinte ein anderes Kind.
Frau Rosenthal wollte das Rätsel lösen, als sie sagte: „Nee ik sprärke dütsch.“ Doch von einer Sprache namens „dütsch“ hatte noch kein Kind etwas gehört und so waren alle noch mehr verwirrt. Gespannt lauschten die Schulis den ungewohnten Klängen und versuchten immer wieder, einzelne Wörter zu erraten.
Doch nach einiger Zeit kamen den Kindern manche Wörter vertraut vor und einige erinnerten sich daran, dass ihre Omas und Opas und sogar ihre Tanten manchmal auch so redeten. Frau Rosenthal erklärte dann, dass es sich bei der Sprache um Wendener Platt handele und dass früher fast alle Menschen hier so geredet hätten. Anschließend erzählte sie die Geschichte „De klaijne Ruppe Werdnitsaat“ auf Wendener Platt.
Mit großer Neugier lauschten die Kinder der Geschichte und entdeckten dabei, wie vertraute Wörter in einem regionalen Dialekt klingen. Spielerisch lernten die Kinder so das ein oder andere Wort auf Wendener Platt. Am lustigsten fanden die Schulis die Worte „Look“ und „Lörker“. Aber da die klaijne Ruppe Werdnitsaat ja ganz viel schmääch hatte und daher ganz viele Lörker in sämtlichen Leckereien gefressen hatte, kamen diese Wörter zur Freude der Schulis ganz oft vor.
Die Kinder genossen es sichtlich, eine altbekannte Geschichte auf eine ganz neue Art zu erleben. Das Vorlesen auf Wendener Platt war nicht nur ein schönes Spracherlebnis, sondern auch eine Begegnung mit unserer regionalen Kultur und Tradition. Die Kinder hatten viel Freude daran, den Klängen der Sprache zu folgen und einzelne Wörter nachzusprechen. So wurde die „Raupe Nimmersatt“ zu einer spannenden Reise durch Sprache, Geschichten und Heimatverbundenheit. Am Ende des Besuchs wurde noch viel gelacht, nachgefragt und das ein oder andere Wort auf Wendener Platt ausprobiert. Wer weiß, vielleicht wurde an diesem Vormittag sogar der Grundstein für kleine Sprachforscher und neue Freunde des Wendener Platts gelegt.
An dieser Stelle dafür erneut ein großes DANKESCHÖN van Herten !!!
Autorin: Tanja Wüste



